Thema des Monats: Juni 2021


Johanniskraut - Hypericum perforatum


Hypericum- Johanniskraut

Um die Sommersonnenwende öffnet das Johanniskraut seine strahlend gelben Blüten. Der Name stammt vom Johanni-Tag am 24. Juni. Im Sommer nimmt das Johanniskraut die Lichtkräfte der Sonne auf, die wir in den langen dunkleren Tagen dann für uns nutzen können.
Wer im Winter zu Schwermut oder dem sogenannten „Winterblues“ neigt, findet im Johanniskraut einen effektiven Helfer, um das Gemüt ein bisschen aufzuhellen. Das wusste schon Paracelsus im Mittelalter und heutzutage wird dieses Wissen von der Schulmedizin bestätigt.
Johanniskraut stellt heute das wichtigste pflanzliche Antidepressivum dar. Es hellt die Stimmung auf und steigert sanft den inneren Antrieb. Genau das Richtige für diese trüben Tage nach einem langen Winter. Handelt es sich nur um eine kurzzeitige depressive Verstimmung hilft der Tee und regelmäßige Bewegung/ Sport an der der frischen Luft, im Freien. Bei handfesten Depressionen ist unbedingt ein Therapeut aufzusuchen!

Achtung! Nebenwirkungen und Wechselwirkungen

Johanniskraut macht empfindlich gegen Sonneneinstrahlung. Nicht vor Sonnenbädern einnehmen oder einreiben. Nicht ins Solarium! Es kann zu Hautreizungen kommen.
Während der Einnahme von Johanniskraut kann es zu Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten kommen. Der Grund: Johanniskraut verstärkt im Körper die Bildung bestimmter Enzyme. Diese P450-Cytochrome sind am Abbau von etwa der Hälfte aller Medikamente beteiligt. Werden die Enzyme vermehrt gebildet, so bauen sie die Medikamente mitunter so stark ab, dass die Wirkung verringert ist oder ausbleibt. Betroffen sind unter anderem Immunsuppressiva Gerinnungshemmer, Protease-Inhibitoren, vermutlich die Anti-Baby-Pille, Antibiotika, chemischen Antidepressiva, Herzglykoside, Gerinnungshemmer, manche Antiepileptika. Deshalb halten Sie unbedingt Rücksprache mit Ihrem Arzt wenn Sie das Johanniskraut länger anwenden möchten.
Warnen möchte ich auch vor einer Selbsttherapie bei Depressionen. Wie bei jeder anderen schweren Erkrankung sollte man auch eine Depression nicht selbst behandeln.

Weitere Anwendungsbereiche des Johanniskraut:

  1. Nervosität, Schlaflosigkeit (auch in Kombination mit Baldrian oder Hopfen)
  2. Das Öl hilft gegen Muskelschmerzen, Zerrungen, Stichverletzungen, Quetschungen und andere Verletzungsfolgen, bei Rheuma, Ischias und Prellungen
    Verdauungsfördernd, auch bei Durchfall
  3. Beschwerden in den Wechseljahren

Vom Johanniskraut sammelt man das ganze blühende Kraut, also die ganze Pflanze ohne Wurzeln oder nur die frisch aufgeblühten Blüten. Die beste Zeit zum Ernten ist meist um den 24. Juni herum, denn in dieser Zeit steht das Johanniskraut in voller Blüte. Gesammelt werden kann das Johanniskraut noch bis September. Die beste Sammelzeit ist am Vormittag wenn alles trocken ist.

Inhaltsstoffe sind Hypericin, Hyperforin, Flavonoide, Bitterstoffe, Gerbstoffe, äther. Öl, Harz, Myristinsäure, Hyperinrot, Phytosterin, Stearin, Taraxasterol, Violaxanthin, Beta-Sitosterol und Phytosterole.

Ein Tee aus Johanniskraut:
Zwei gehäufte Teelöffel des Krautes mit ¼ Liter kochendem Wasser übergiessen und fünf Minuten ziehen lassen. Von diesem Tee zwei Tassen täglich trinken.

Herstellung des Johanniskrautöls:
25g frische Blüten an einem sonnigen Tag sammeln und mit ½ Liter Olivenöl vermischen, so dass alle Blüten bedeckt sind.
Das verschlossene Glas dann 3-6 Wochen in die Sonne an einen warmen Platz stellen.
Das Öl dann abgießen in eine dunkle Flasche und beschriften (haltbar ca. 2 Jahre).