Thema des Monats: April 2019


Fieber


“Geb’t mir die Macht Fieber zu erzeugen und ich heile Euch jede Krankheit”
Griechischer Arzt und Philosoph Parmenides (540 – 480 v. Chr)

Der griechische Arzt Parmenides hat 500 v. Christi behauptet, dass er nur durch Fieber alle Krankheiten heilen kann. Fieber und Wärmetherapien sind seit der Antike bekannt. Die Schwefelbäder der Römer, die finnischen Saunen, die Spa Behandlungen in Europa und Amerika, die Wärmebäder der Japaner und die Schwitzzelte der Indianer, sowie die weltweite Anwendung von Thermalquellen zu Therapiezwecken ist ein Beweis dafür.

Fieber ist ein natürlicher und äusserst effektiver Abwehrmechanismus unseres Körpers und der Ausdruck der Fähigkeit gegen Krankheiten aktive Gegenwehr zu leisten.
Fieber aktiviert körpereigene Heilprozesse des Immunsystems, die in der Lage sind, eine Vielzahl von Erregern abzuwehren.
Fieber ist in den meisten Fällen nicht Ursache von Krankheit, sondern Teil der Antwort des Organismus auf Krankheit, ein Symptom.

In der Regel ist Fieber die Folge einer Infektion mit Viren oder Bakterien. Der Körper setzt nach Kontakt mit den Erregern bestimmte Stoffe frei, die zu einer Erhöhung der Körpertemperatur führen. Durch den Anstieg der Temperatur werden die Stoffwechselvorgänge beschleunigt, was die Abwehrreaktion des Körpers unterstützt. Eine erhöhte Körpertemperatur beschleunigt die Stoffwechselvorgänge, die Blutzirkulation und die Produktion von weissen Blutkörperchen (Leukozyten). Wenn die Körpertemperatur 38,4° erreicht ist das Immunsystem aktiviert und alarmiert. Bei dieser Temperatur verdoppeln sich die Immunzellen im Blut innerhalb weniger Stunden. Das Immunsystem arbeitet jetzt also schneller und effektiver als ohne Fieber.

Ausserdem fühlen sich die meisten Krankheitserreger bei erhöhten Temperaturen nicht mehr wohl, sind in ihrer Beweglichkeit geschwächt und vermehren sich weniger als ohne Fieber.
Fieber hilft dem Körper die Erreger zu bekämpfen.
Daher ist Fieber zunächst also eine heilsame Angelegenheit.
Niedriges und mittleres Fieber sollte man also im Normalfall nicht bekämpfen, sondern eher unterstützen. Leichtes Fieber sollte deshalb auch nicht gleich medikamentös gesenkt werden. Erst ab ca. 39,5°C wird Fieber behandlungsbedürftig.

Nachdem dieses heilende Potenzial von Fieber erkannt wurde, experimentierte man auch mit künstlich erzeugtem Fieber in der Krebstherapie, denn Krebszellen sind im Vergleich zu gesunden Zellen sehr temperaturempfindlich. Verschiedene wissenschaftliche Studien konnten die Wirksamkeit von künstlichem Fieber oder äusserlich zugeführter Wärme (Hyperthermie) bei der Behandlung unterschiedlicher Leiden – auch von Krebs – bestätigen.
Es gibt bestimmte Krebszellen, die sich vor unserem Immunsystem und vor Krebs-bekämpfenden Stoffen (auch vor Chemotherapie und Strahlenbehandlung) verstecken können. Genau an diese Stelle setzt die Fiebertherapie an. Fieber führt dazu, dass sich die Oberfläche der versteckten Krebszellen so verändert, dass sie wieder von unserem körpereigenen Abwehrsystem erkannt und vernichtet werden können.


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